Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
⚠️ Kein HTTPS — Besuch auf eigene Gefahr
Es gibt Momente im Leben eines Internet-Flaneurs, in denen man sich fragt, ob man gerade etwas Geniales oder etwas vollkommen Irres betritt. Biglongnow.com ist genau so eine Seite. Der Domainname allein ist bereits eine philosophische Aussage, eine Art digitales Koän, das deinem Gehirn signalisiert, dass hier nichts normal sein wird. "Big long now" — drei Worte, die zusammen absolut keinen Sinn ergeben, aber irgendwie doch alles sagen. Du scrollst also hin, klickst dich rein, und plötzlich befindest du dich in einer minimalistischen Kunstinstallation aus dem Jahr 2006, kreiert von Rafaël Rozendaal, einem niederländischen Künstler, der sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hat, das Internet zu verwirren, indem er es mit absurder Schönheit flutet. Die Seite ist Teil der Sammlung von Sébastien de Ganay und wurde von Reinier Feijen programmiert — also nicht nur ein zufälliger Zufall, sondern eine wirklich durchdachte Sinnlosigkeit.
Wenn du dich auf dieser Webseite befindest, erlebst du wahrscheinlich etwas, das sich zwischen Animation und absoluter Stille bewegt. Das Konzept ist derart minimalistisch, dass es schon wieder maximalistisch wird in seiner Reduktion. Es geht nicht um Information, nicht um Verkauf, nicht um die üblichen Spielchen, mit denen das Internet seine Besucher in Abhängigkeit hält. Stattdessen scrollst du einfach, und es gibt da etwas — vielleicht ein langer Strich, vielleicht sich bewegende Formen, vielleicht auch nur die pure Metapher von Länge und Endlosigkeit, die der Domain-Name verspricht. "Big long now" könnte bedeuten, dass etwas sehr groß ist und sehr lang und gerade jetzt passiert, oder es könnte absolut gar nichts bedeuten. Die Ambiguität ist das Kunstwerk. Du sitzt da um drei Uhr morgens mit sechzehn Red Bull im Körper, und dein Gehirn versucht zu verstehen, ob du gerade Zeit verschwendest oder ob du gerade Kunstgeschichte erlebst.
Das Faszinierende an Rozendaals Werk ist, dass es sich konsequent weigert, dem Internet das zu geben, was das Internet verlangt: Klarheit, Zweck, Verständlichkeit. Während die ganze restliche Webseite aus Bannern, Pop-ups, versteckten Cookies und aggressiver Vermarktung besteht, existiert biglongnow.com in einem anderen Kosmos. Es ist wie in einen Kunstmuseum zu gehen und dort ein Werk anzutreffen, das einfach nur ein schwarzer Strich ist. Aber dieser schwarze Strich kostet Millionen, weil er vollkommen unabhängig von deinen Erwartungen existiert. Die Kombination aus extremer Minimalismus und dem Fakt, dass dies 2006 gemacht wurde, macht es auch zu einem Relikt einer Zeit, in der das Internet noch nicht vollständig vom Kapitalismus aufgesogen worden war. Damals konnte man noch einfach eine Kunstseite machen, die absolut nichts tut außer zu existieren. Heute würde so etwas wahrscheinlich sofort monitarisiert, mit KI-Trackern versehen und in ein Newsletter-Abo-Modell verwandelt.
Am Ende verlässt du biglongnow.com mit dem seltsamen Gefühl, etwas erlebt zu haben, das du nicht beschreiben kannst. Das ist der Punkt, verstehst du? Das ist genau der Punkt. Es geht nicht darum, dass diese Seite dir etwas Nützliches beibringt oder dich unterhält im klassischen Sinne. Sie existiert, um deine Erwartungen von dem, was eine Webseite sein soll, zu sabotieren. Sie ist das digitale Äquivalent von John Cages "4'33"" — ein Kunstwerk, das seine Bedeutung aus dem erhält, was es NICHT tut. Biglongnow.com ist ein Denkmal für die Absurdität selbst, ein Internet-Kunstwerk, das länger lebt als die meisten kommerziellen Websites, die in demselben Jahr entstanden sind und längst in der digitalen Dunkelheit verschwunden sind. Willkommen auf sinnlosewebseiten.de, wo die schönsten Fehler des Internets gefeiert werden.
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.