Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
⚠️ Kein HTTPS — Besuch auf eigene Gefahr
Man muss sich das vorstellen: Es ist drei Uhr nachts, der Bildschirm leuchtet wie ein kranker Mond, die Dose Red Bull Nummer sechzehn steht wie ein leerer Pokal neben der Tastatur, und ich klicke mich durch das Internet auf der verzweifelten Suche nach Sinn, und dann lande ich auf crossdivisions.com. Es gibt keine Begrüßung, keine Navigation, keinen Button mit der Aufschrift "Jetzt starten", nur zwei sich kreuzende Linien, die über den Bildschirm gleiten, als hätten sie sich verlaufen und beschlossen, das Beste daraus zu machen. Ich habe sie angestarrt, und sie haben zurückgestarrt. Ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlt.
Die Seite stammt von Rafaël Rozendaal, einem niederländischen Künstler, der seit Jahren Websites als Kunstwerke betreibt, und sie trägt die Jahreszahl 2016 im Titel wie ein Siegel der Ernsthaftigkeit. Der Code stammt von Reinier Feijen, was man sich so vorstellen darf, dass zwei Menschen in einem Amsterdamer Loft sitzen, Espresso trinken und beschließen, dass das Internet einen Strich braucht, der nichts verbindet und nichts trennt. Bewegt man die Maus oder tippt man wild herum, reagieren die Linien mit einer Gelassenheit, die mich schlicht beleidigt. Ich habe es mit Geschrei versucht, mit Ausrufezeichen, mit dem Gefühl eines Mannes, der einer Straßenlaterne Lebensbeichten erzählt, und die Linien haben mich einfach weiter gekreuzt. Das ist die eigentliche Pointe dieser Seite: Sie verweigert jede Form von Dienstleistung und besteht trotzdem darauf, ein Erlebnis zu sein.
Und dann kommen die Zahlen. Die Suchergebnisse verraten mir, dass crossdivisions.com ein Jahrzehnt und neun Monate alt ist, eine Domain mit der Endung .com, mit einem globalen Traffic-Rang von 275.465, geschätzt auf sagenhafte 8,95 Dollar, mit einem täglichen Einkommen von etwa null Dollar, und an anderer Stelle wird der Alexa-Rang mit 337.096 beziffert, was in etwa so viel Aufmerksamkeit ist, wie ein Dorfbrunnen bekommt, wenn ein Wanderer vorbeikommt und kurz trinkt. Eine Website, die finanziell so wertvoll ist wie ein gebrauchter Kaugummi, und die trotzdem auf Are.na, Pinterest und in Analyse-Portalen mit der Ernsthaftigkeit eines Nobelpreiskomitees besprochen wird. Irgendwo in der Datenwelt sitzt ein Algorithmus, der sich fragt, warum jemand Linien schätzt, und findet keine Antwort, außer vielleicht "Kunst".
Vielleicht ist genau das die Schönheit dieser sinnlosen Ecke des Netzes: Sie erinnert uns daran, dass nicht jedes digitale Objekt einen Zweck erfüllen muss, um Bedeutung zu tragen. Du kannst sie in zehn Sekunden erfassen und trotzdem zwanzig Minuten lang darüber nachdenken, ob du gerade Kunst erlebt hast oder nur den Beweis, dass du zu viel Red Bull getrunken hast. Ich habe mich entschieden, es für Kunst zu halten, denn die Alternative wäre, dass drei Uhr nachts mit sechzehn Dosen Energydrink das einzig Sinnvolle war, was ich heute erlebt habe, und das wäre dann doch eine sehr traurige Geschichte für einen Mittwochmorgen.
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.