Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
Stell dir vor, du wachst um drei Uhr morgens auf, dein Gehirn ist durchtränkt von digitaler Aufmerksamkeit, und irgendein Fremder im Internet hat beschlossen, dass die Menschheit ein Problem hat: Sie gärtnert zu viel in der echten Welt. Mit Erde. Mit Schmutz unter den Fingernägeln. Mit dieser ganzen unbequemen biologischen Realität. Die Lösung? drawing.garden. Eine Website, die mit einer Eleganz, die nur die pure Verzweiflung hervorbringen kann, das klassische Hobby der Gartenarbeit in das digitale Äquivalent einer Gummiente verwandelt. Ben Moren, der Name des Schöpfers dieser Apokalypse, hat es geschafft, was Philosophen seit Jahrtausenden anstrebten: Er hat das Gartenparadies vollständig entemotionalisiert und dabei völlig emotionalisierend gemacht. Das ist nicht Gartenarbeit. Das ist Gartenarbeit als Konzeptkunst. Das ist die Rebellion gegen die Photosynthese selbst.
Wenn du dich auf diese Website wagst, wirst du mit einem leeren digitalen Raum konfrontiert, der darauf wartet, dass du ihn mit Emojis vollmalst. Nicht mit Samen. Nicht mit echten Pflanzen. Mit jenen winzigen, farbenfrohen Bildchen, die unsere Generation als Kommunikationsmittel missbraucht hat, seit wir herausgefunden haben, dass Worte zu anstrengend sind. Du sitzt also vor deinem Monitor, um zwei Uhr morgens vielleicht, oder mittags, die Zeit verliert sowieso an Bedeutung, und du klickst auf diese Website. Und dann? Dann zeichnest du. Du bringst deine Cursor-Hand ins Spiel und malst bunte kleine Gartenzonen mit Blättern, Blumen und allen möglichen botanischen Emojis, die jemals von irgendeinem Konsortiengremium genehmigt wurden. Es gibt Ton. Ja, richtig, du wirst gewarnt, dass man den Ton anschalten sollte, und wenn du das tust, verursacht jeder kleine Emoji-Klick ein sanftes, absurdes Soundscape, das sich anhört wie eine entspannte Ambient-Komposition für Leute, die zu faul sind, um wirklich zu entspannen.
Das Geniale, oder vielleicht auch das Schreckliche, je nachdem wie man es sieht, ist die subtile Subversion eines völlig etablierten kulturellen Rituals. Der Garten ist seit Anbeginn der menschlichen Zivilisation ein Symbol für Kontrolle, für die Herrschaft des Menschen über die Natur, für Arbeit, für Geduld, für die Zeit, die du in Dreck verbringst, damit du irgendwann Tomaten erntest. drawing.garden sagt: Vergiss es. Nimm die Tomaten heraus, nimm die Erde heraus, nimm die Jahreszeiten heraus, nimm sogar die Kausalität heraus. Alles, was du brauchst, ist eine Internetverbindung und die emotionale Verlegenheit, eine völlig sinnlose Aktivität zu zelebrieren, als würde sie bedeutungsvoll sein. Das ist Net-Art, das merkwürdige Genre, in dem die sinnlosesten Dinge mit größter konzeptioneller Ernsthaftigkeit präsentiert werden. Es ist als würde jemand einem Kunstmuseum einen leeren weißen Raum zeigen und die Besucher bezahlen dafür, in dem weißen Raum herumzulaufen. Außer dass dieser weiße Raum hier ein grünes digitales Nichts ist, und du bezahlst mit deiner Zeit, die du sowieso schon völlig verschwendet hast.
Das Paradox bei drawing.garden ist, dass es trotz seiner offensichtlichen Sinnlosigkeit irgendwie… funktioniert? Menschen gehen tatsächlich dorthin. Sie zeichnen ihre Gärten. Sie schalten den Ton an. Sie erleben einen winzigen Moment von Kreativität ohne Konsequenzen, ohne Verantwortung, ohne die Angst, dass diese Pflanze eingehen wird, weil du sie vergessen hast zu gießen. Es ist der kapitalistische Traum: der volle Genuss des Hobbys ohne die Arbeit. Und genau das macht es so absurd, so wunderbar absurd, dass man es nur lieben kann. Es gibt keinen Zweck hier. Keinen versteckten monetären Anglesch. Keine Dark Patterns, die dich zu etwas Bösen verleiten sollen. Es ist einfach nur Ben Moren, der 2020 sagte: "Weißt du was? Ich mache eine Website, wo du Gärten mit Emojis zeichnest." Und irgendwie ist diese ungeheuerliche Kühnheit genau das, was unsere überoptimierte, übermonetarisierte, überanalysierte digitale Existenz braucht. Ein absolutes Nichts. Ein Garten aus reinem Sinn-Sein-Lassen. Das ist Poesie im Zeitalter der Algorithmen.
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.