Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
Stell dir vor, es ist drei Uhr nachts, die Wohnung riecht nach kaltem Kaffee und Ehrgeiz, und du hast sechzehn Dosen Red Bull intus, die dir nun aus jeder Pore flüstern, dass das Internet ein Ort der Wunder sei. In diesem Zustand klickst du dich auf ebonyriddle.com, und plötzlich ist da eine Webseite, die sich selbst als "The Weirdest Riddle Game On The Internet !" anpreist, mit diesem Ausrufezeichen, das so selbstbewusst im Titel steht wie ein Clown auf einem Einhorn. Du bist sofort verliebt. Oder verwirrt. Bei Red Bull ist das ungefähr dasselbe.
Die Seite begrüßt dich mit einem Disclaimer, der klingt, als hätte ihn ein Notar verfasst, der gerade einen Surrealismus-Kurs abgebrochen hat: Quallen sprechen nicht, Reißzwecken sind gefährlich, und die Logik, so wird dir mitgeteilt, gilt ausschließlich innerhalb von E.B.O.N.Y. Du liest das und nickst ernst, als hättest du gerade einen Vertrag mit einem Traum unterschrieben. Dann klickst du weiter, denn genau dafür bist du hier. Das Spiel besteht darin, Level für Level zum nächsten vorzudringen, bis du irgendwann am Ende angelangt bist, wobei der Weg dorthin so versteckt ist, dass man ihn mit einem Teleskop, einer Lupe und einem Notizblock aus der Grundschule suchen muss. Du machst dir tatsächlich Notizen. Auf Papier. Wie ein Detektiv in einer Kriminalromanverfilmung aus den Neunzigern.
Was dieses Projekt so wunderbar macht, ist die Hingabe, mit der es sich selbst nicht ernst nimmt und trotzdem wahnsinnig ernst meint, was es tut. Die Internetforen, die das Spiel über die Jahre besprochen haben, lesen sich wie Protokolle einer kleinen, schrulligen Glaubensgemeinschaft. Da postet jemand stolz, er sei bei Level sieben, und ein anderer wirft mit der Rätselfrage um sich, was der Anfang der Ewigkeit, das Ende der Zeit und Raum und der Anfang jedes Endes sei, woraufhin die Antwort kommt: der Buchstabe E. Natürlich der Buchstabe E. Das ist, als würde man nach dem Sinn des Lebens fragen und die Antwort lautet "ein Vokal". Man grinst, man stöhnt, man bewundert die Konsequenz. Eine Facebook-Seite mit gut dreihundert Followern existiert ebenfalls, als offizielle Pilgerstätte einer Gemeinde, die sich nur deshalb versammelt, weil irgendwann jemand beschlossen hat, Rätsel ins Netz zu stellen, die lieber verwirren als erklären.
Kulturell betrachtet ist E.B.O.N.Y. eine kleine Erinnerung daran, dass das Netz einmal voller Gegenden war, die man zufällig entdeckte, mit Gästebüchern, Blinkgrafiken und Geheimnissen, die niemand vorab erklärt hat. In einer Welt, in der jede Plattform dir den nächsten Schritt mundgerecht vorkaut und dir mit Benachrichtigungen den Weg vorgibt, wirkt eine Seite, die dich einfach losschickt und dir nicht einmal verrät, wo der nächste Link versteckt ist, fast schon rebellisch. Sie verlangt Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, dich lächerlich zu fühlen, wenn du mal wieder eine halbe Stunde auf einen Pixel starrst, der vielleicht gar nichts bedeutet.
Am Ende steht man dann vor dem Bildschirm, müde, überdreht, mit einem Notizzettel voller Kritzeleien, und fragt sich, ob man gerade ein Rätsel gelöst oder nur sein Koffein verbrannt hat. Die ehrliche Antwort lautet vermutlich beides. Und genau deshalb gehört ebonyriddle.com in jede ordentliche Sammlung sinnloser Webseiten: Es weiß, dass es sinnlos ist, und hat daraus die schönste Art von Kunst gemacht, nämlich eine, die dich ratlos, aber wenigstens gut unterhalten zurücklässt.
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.