Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
Wer kennt das nicht: Es ist drei Uhr nachts, die Augen brennen, im Kühlschrank wartet nur noch ein einsames Stück Gouda, und plötzlich landet man auf hungrytrees.com, einer Seite, die einem mit der Bescheidenheit eines Wegweisers verkündet, sie sei schlicht "Trees Eating Things". Mehr Erklärung braucht es offenbar nicht. Du klickst, du staunst, und ehe du dich versiehst, hast du dreißig Minuten damit verbracht, Bäume dabei zu beobachten, wie sie Fahrräder, Verkehrsschilder und Zäune verschlucken, als hätten sie seit Jahrzehnten nichts Anständiges mehr zwischen die Zähne bekommen.
Die Bedienung der Seite ist so schlicht, dass sie fast schon gefährlich wirkt. Es gibt Fotos, und zwar ausschließlich Fotos, von Stämmen, die sich um Metallpfosten, Steine, Geländer und allerlei Alltagsgerümpel gewunden haben, bis nur noch ein trauriger Rest des Gegenstands aus der Rinde herausragt wie ein Kaugummi im Mundwinkel eines Teenagers. Man scrollt, man nickt, man murmelt "na sowas", und der Bildschirm antwortet mit noch mehr Bäumen, die offenbar fest entschlossen sind, die gesamte Infrastruktur der Menschheit zu verdauen. Ein Erlebnis mit Spannungsbogen ist das nicht, eher ein meditatives Gleiten durch eine Welt, in der jeder Laternenpfahl ein Gericht auf der Speisekarte der Natur ist.
Kulturgeschichtlich ist das Ganze natürlich ein Triumph der Hingabe. Während andere Websites mit Algorithmen, Abos und Pop-ups um deine Aufmerksamkeit ringen, begnügt sich hungrytrees.com mit einem einzigen, klaren Konzept und zieht es mit der Konsequenz eines Mönchs durch, der sein Leben dem Studium des Teeblatts gewidmet hat. Dass der Rest des Internets diese Idee aufgegriffen, weitergesponnen und mit Pathos aufgeladen hat, ist beinahe rührend. Auf einer Flickr-Gruppe namens "The Hungry Trees Pool" wird den Bäumen offiziell bescheinigt, sie hätten "um etwas herumgewachsen und es gegessen", und selbst das Forum LEAF mahnt pflichtbewusst, man solle lieber von "eingeengten" oder "beengten" Bäumen sprechen, was in etwa so wirkt, als würde man einem Löwen vorschlagen, er möge künftig bitte "schnurrig" genannt werden.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Seite genau das liefert, was sie verspricht, nicht mehr und nicht weniger. Du erfährst nichts Nützliches, du lernst nichts fürs Leben, aber du verlässt den Bildschirm mit einem leisen Grinsen und der festen Überzeugung, dass da draußen irgendwo ein Baum steht, der gerade ein Verkehrsschild verdaut und dabei sehr zufrieden aussieht. Und mal ehrlich: Wer kann von einer Website mehr verlangen, als dass sie den Glauben an die hungrige Natur am Leben hält?
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.