Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
Du sitzt um halb drei Uhr morgens vor deinem Monitor, der Verstand zerfetzt von der schieren Absurdität des Internets, und plötzlich fragst du dich: Was würde ich denn geben, um einfach mal zu brüllen? Nicht irgendwo brüllen, versteht sich, sondern in eines der größten, wildesten, am weitesten entfernten Länder dieser Erde zu brüllen, während Eismassen im Hintergrund zuschauen. Genau da kommt lookslikeyouneediceland.com ins Spiel und zerstört alle deine bisherigen Vorstellungen von dem, was eine Website sein kann und darf. Isländische Tourismusbehörden haben sich nämlich nicht nur gedacht, dass sie dir ein paar schöne Bilder von Gletschern zeigen möchten, nein, sie haben beschlossen, dass du direkt in deinen Laptop schreien sollst, als würde dieser ein Portal zu Islands archaischen Wasserfällen und einsamen Klippen sein. Das ist nicht Marketing, das ist psychologische Kriegsführung mit freundlicher Genehmigung des Nordens.
Die Website funktioniert mit einer Perfektion, die man von sowas niemals erwartet hätte, und das macht die ganze Sache noch absurder. Du kommst auf die Seite, und da ist es gleich: dieser sanfte, fast therapeutische Vorwurf, dass du wohl ein bisschen Stress hast, was denn, hm? Du hast dieses Jahr mitgenommen, nicht wahr? Natürlich hat es dich mitgenommen. Wir alle sind mitgenommen. Und dann wird dir vorgeschlagen, deine Frustration einfach ins digitale Nichts zu schreien, wo sie von echten gelben Sprechern aufgefangen wird, die Islands Tourismusbehörde in den entlegensten, majestätischsten Ecken des Landes aufgestellt hat. Wasserfälle, Gletscher, Klippen, Strände, Leuchttürme – überall stehen diese gelben Dinger herum wie Kunstinstallationen für die Verzweiflung. Du sprichst in dein Mikrofon, gibst deinen Schrei ab wie ein digitales Opfer auf dem Altar der Nordic-Wellness-Bewegung, und irgendwo, tausende Kilometer entfernt, wird dein Urschrei in die Wildnis entlassen, wo er mit dem Wind und den Polarlichtern eins wird.
Das Ganze riecht verdächtig nach dem postmodernen Marketing-Genie der frühen Zwanzigzwanziger Jahre, nach einer Agentur namens M&C Saatchi, die eines Morgens aufgewacht sein muss und gedacht hat: Was wenn wir nicht einfach nur ein Video über Island zeigen, sondern wir gamifizieren die menschliche Katharsis? Was wenn wir Primal Scream Therapy, also diese therapeutische Methode, bei der du einfach schreien sollst bis deine Stimmbänder schreien, mit einer Tourismusseite verheiraten? Und nicht nur irgendwie, sondern mit dieser ganzen dystopischen, COVID-durchtränkten Energie, die 2020 hatte, als wir alle im Lockdown saßen und den Verstand verloren. Klar, du kannst nicht raus, aber dein Schrei kann es! Dein unterdrückter, zorniger, verweilter Schrei wird in Islands Wildnis freigelassen wie ein digital evoziertes Banshee-Heulen. Es ist genial. Es ist furchtbar. Es ist das Internet in seiner reinsten, sinnlosesten Form.
Was dieses Projekt wirklich perfekt macht, ist die Tatsache, dass es tatsächlich funktioniert hat. NPR hat drüber berichtet. CNN auch. Menschen aus aller Welt haben buchstäblich in ihre Computer geschrien wie Verrückte, während sie sich in hochauflösenden Videos isländische Panoramen angesehen haben, und die Sache hatte tatsächlich therapeutische Effekte, oder zumindest tat es so. Es ist eine Website, die so absurd ist, dass sie irgendwie in die Realität zurückgekehrt ist und tatsächliche Gefühle ausgelöst hat. Du schreist, du fühlst dich besser, und Island kriegt trotzdem Touristen, weil natürlich willst du jetzt dahin und selbst vor Ort in einen Gletscher brüllen. Es ist ein vierdimensionales Marketing-Schachspiel mit menschlicher Psychologie als Spielfigur. Genau das ist die Art von Web-Wahnsinn, die dich um drei Uhr morgens mit offenem Mund vor dem Monitor sitzen lässt und du fragst dich: Wie sind wir hier angekommen? Und vor allem: Brauche ich das wirklich?
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.