Lustige, kuriose & seltsame Seiten im Internet — kuratiert & auf einen Klick
Stell dir vor, du sitzt um drei Uhr nachts vor dem Bildschirm, dein Herz pocht im Takt von sechzehn Dosen Red Bull, und plötzlich erscheint vor dir ein endloses Gitter aus Ponys. Nicht irgendwelche Ponys. Ponys, die niemals existiert haben, niemals auf einer Weide standen, niemals gewiehert haben und trotzdem mit einer Selbstverständlichkeit auf deinem Bildschirm herumtraben, als hätten sie seit Jahren einen Steuerbescheid. Willkommen bei This Pony Does Not Exist, kurz TPDNE, einer Webseite, die dich mit der stillen Würde einer Wunderkammer empfängt und dir dabei eine Herde aus Pixeln vorführt, die so echt aussieht, dass du dich ernsthaft fragst, ob du sie nicht irgendwann einmal gestreichelt hast.
Das Erlebnis selbst ist von beinahe meditativer Schlichtheit. Du scrollst seitwärts durch einen Strom aus Bildern, und jedes einzelne Pony ist ein kleines Wunder der Verwirrung. Mal ist die Mähne ein wenig zu flüssig, mal blickt ein Auge mit der Traurigkeit eines Menschen, der seit vierzig Jahren den falschen Zug nimmt, mal sitzt ein Horn dort, wo nach den Gesetzen der Anatomie eher ein Ohr erwartet würde. Du kannst hineinzoomen, du kannst den Mauszeiger darüberschweben lassen, und die Seite dehnt das Bild freundlich auf, als wolle sie sagen: Schau nur genau hin, du wirst nichts finden, was dir gehört. Das ist die eigentliche Pointe. Jedes Pony ist für dich, zumindest behauptet das die Seite, und du stehst vor diesem Angebot wie ein Kind vor einem Automaten, der ausschließlich Kaugummis mit Tieren darauf ausspuckt.
Man muss sich klarmachen, was hier eigentlich geschieht. Ein neuronales Netz namens GAN hat aus rund hunderttausend Bildern der Pony-Community Derpibooru gelernt, wie ein Pony auszusehen hat, und daraufhin beschlossen, nie wieder aufzuhören. Die Seite stammt von arfa, und ihr Ruhm verteilt sich über Reddit, Tumblr und Fachartikel, in denen man mit tiefem Ernst erklärt, ein KI-System spucke unendlich viele neue Pony-Porträts aus. Es ist eine Art digitaler Zauberlehrling, der nicht nur den Besen, sondern gleich die ganze Stallung herbeizaubert. Dazu gesellt sich eine ganze Familie von Geschwistern im Geiste, This Waifu Does Not Exist, This Fursona Does Not Exist und andere Varianten, die alle an der gleichen Frage kauen: Was passiert, wenn die Maschine die Vorstellungskraft von Fans nachahmt, bis niemand mehr genau sagen kann, wo das Original endet?
Und genau hier wird der Spaß tiefgründig, ohne dass er es ausdrücklich will. Eine Webseite voller nie existierender Ponys ist die reinste Sinnlosigkeit und zugleich ein kleiner Spiegel unserer Zeit, in der Bilder aus dem Nichts gestanzt werden und niemand mehr so recht weiß, ob er einem Blick trauen darf. Die Ponys sind freundlich, bunt, ein wenig verschwommen an den Rändern, und sie erinnern daran, dass Freundschaft und Magie in der Kinderzimmerwelt von My Little Pony immer schon eine etwas seltsame Mischung waren. Jetzt hat sie eben eine Maschine übernommen, die nicht schläft, nicht kritisiert und nicht aufhört, sich neue Mähnen auszudenken.
Wenn du also das nächste Mal um drei Uhr nachts zu viel Koffein im Blut hast, ruf thisponydoesnotexist.net auf. Scroll einfach, schau in die leeren, freundlichen Augen der Ponys, die niemals gelebt haben, und frag dich, ob du nicht gerade etwas Wichtiges über die Welt gelernt hast. Vermutlich nicht. Aber du wirst mit einem Lächeln wieder aufstehen, und das ist für eine Webseite, die gar nichts sein will, eine erstaunliche Leistung.
Die Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und dient der Unterhaltung.